Gewerkschaft Schalker Eisenhütte GmbH, Gelsenkirchen
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Schalke Locomotives GmbH, Gelsenkirchen
(Nordic Minesteel Technologies NMT)


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Zur offiziellen Homepage: Gewerkschaft Schalker Eisenhütte.

Firmen-Geschichte:

Am 21. August 1872 wurde die Firma Voogelsang & Cie., Eisengießerei und mechanische Werkstatt, Schalke, gegründet. Den Namen "Gewerkschaft Schalker Eisenhütte Maschinenfabrik GmbH" erhielt das Unternehmen am 24. August 1886, es handelte sich dabei um eine bergrechtliche Gewerkschaft.

1882 konstruierte und fertigte man die erste Koksausdrückmaschine. Dies war der Einstieg in den Bereich Kokerei-Maschinen, der im Laufe der Jahre zum wichtigsten Standbein der Firma wurde. Bis heute beschäftigt man sich im wesentlichen mit der Vorplanung, Konstruktion und Errichtung von Kokereien, sowie deren Um- und Ausrüstung und Beratung bzw. Begutachtung. Gebaut wurden für solche Anlagen Füllwagen, Koksausdrückmaschinen, Koksüberleitmaschinen, Kokslöschwagen, Kokslöschlokomotiven, sowie Seilzuganlagen.

Interessanter Weise bietet die Schalker Eisenhütte um 1907 bis ca. 1912 als Erg&umml;nzung zu den Bergbauausrüstungen in der Werbung auch Motorlokomotiven (Benzin/Benzol) an. Allerdings ist der Bau und die Lieferung solcher Lokomotiven bisher nicht nachgewiesen. Die ersten nachweislich gebauten Lokomotiven entstehen 1939 in Form von Kokslöschlokomotiven, 1941 folgten Abraumlokomotiven für den Braunkohlentagebau. Grubenlokomotiven folgen ab 1947 in gro&zlig;en Umfang.

1973 übernahm die Gewerkschaft Schalker Eisenhütte die Bartz KG in Dortmund. Die Lokfertigung wird umgehend nach Gelsenkirchen verlegt. Innerhalb der Schalker Eisenhütte werden die Bartz-Lokomotiven in einer selbständigen Abteilung (und mit Fortführung der Bartz-Fabriknummernfolge) bis 1987 weitergeführt. Erst dann erhalten alle in Gelsenkirchen gebauten Lokomotiven eine (fortgeführte Bartz-) Fabriknummer und Schalke-Kommissionsnummer.

Die Schalker Eisenhütte gehörte seit 2001 zur Gebr. Eickhoff-Gruppe, Bochum. Der Firmensitz der Schalker Eisenhütte Maschinenfabrik GmbH wurde im Februar 2013 von Gelsenkirchen nach Bochum verlegt. Die Lokomotiv-Produktion selbst blieb weiterhin in Gelsenkirchen ansässig.

Am 10. Dezember 2018 wurde das Geschäftsfeld Schienenfahrzeuge von der Gebr. Eickhoff-Gruppe an die Nordic Minesteel Technologies (NMT) aus Kanada verkauft, die eine neue deutsche Gesellschaft, die Schalke Locomotives GmbH, gründete. Die Schalke Locomotives GmbH ist in Gelsenkirchen ansässig und setzt die lange Tradition der Marke Schalke für Schienenfahrzeuge unter der neuen Führung fort. So konnte im August 2022 das 150jährige Bestehen gefeiert werden.

 

Produktionszahlen

Nachweislich ab 1939 werden die ersten Schienenfahrzeuge in Form von Kokslösch- und Abraumlokomotiven gebaut. Nach dem Zweiten Weltkrieg beginnt die Lieferung von Grubenlokomotiven, wobei der elektrische Teil u.a von SSW und AEG stammt. Diese werden im großen Umfang neben "schienengebundene Sonderfahrzeugen" gebaut und bilden einen weiteren großen Geschäftsbereich. So entstand, neben der Einheitslokomotive für die Ruhrkohle AG, hier die Lokomotiven für die schnellste Personenbeförderung bei Grubenbahnen und die Drehgestell-Fahrdrahtlokomotiven für Chile, um nur zwei der herausragenden Produkte zu nennen. Zu den schienengebundenen Sonderfahrzeugen zählen Schienenschleifmaschinen, Gleismeßtriebwagen, Zwei-System-Lokomotiven und auch Wagen zur Kabelverlegung, Plattformwagen und Tiefladewagen. Dies als Beispiele für die umfangreiche Produktpalette der Spezialfahrzeuge.

Über die Spezialfahrzeuge hinaus geht das Projekt "SDE 1800" (SDE = Schalke Diesel Elektrik), welche im September 2008 vorgestellt wurde. Es handelt sich hierbei um eine Drehgestell-Diesellokomotive für Vollbahnen und steht im Wettbewerb mit den in dieser Sparte etablierten Unternehmen wie Vossloh, Bombardier und Siemens. Es wurde 2011 ein Prototyp gebaut, welcher jedoch keine Zulassung erhielt und so nicht ausgeliefert wurde. Das Fahrzeug wurde 2017 an die Toshiba Railway Europe GmbH, Kiel, verkauft und dort umgebaut.

Es gab dabei anfänglich keine eigene Fabriknummernzählung für Lokomotiven, die Lokomotiven erhielten, wie alle anderen Maschinen, nur eine Kommissionsnummer. Erst mit der Fortführung der Bartz-Loknummernzählung 1987 mit der Fabriknummer 2360 mit paralleler Vergabe von Schalke-Kommissionsnummern gibt es eine Lieferliste mit fortlaufenden Fabriknummern. Diese endet 2019 mit der Fabriknummer 2617/2018.

Die genaue Anzahl der gebauten Lokomotiven in Gelsenkirchen-Schalke von 1939 bis 2019 ist durch die nicht fortlaufende Kommisionsnummer nur durch Auszählen zu ermitteln. In der derzeit vorliegenden Lieferliste sind 1555 Lokomotiven und 53 antrieblose Wagen - also insgesamt 1608 Schienenfahrzeuge - verzeichnet.

Unter der Führung von Nordic Minesteel Technologies (NMT), als Schalke Locomotives GmbH, wird die Lieferliste mit FNr. 2618/2018 fortgeführt. Bis Ende 2025 ist die Fabriknummer 2630/2025 (Servicelokomotive für die Metro in Sydney) erreicht. Da drei Fabriknummern für Antriebsgestelle vergeben wurden, hat NMT bzw. die Schalke Locomotives GmbH bis 2025 insgesamt 10 weitere Lokomotiven gebaut. Darunter auch die weltweit schwerste vierachsige Rangierlokomotive, welche mit 140 t eine Achslast von 35 t hat und im April 2022 an Nippon Steel, Werk Nakabaru, in Japan ausgeliefert wurde.

 

Quellen

  • diverse Prospekte und Informationen der Gewerkschaft Schalker Eisenhütte Maschinenfabrik GmbH, Gelsenkirchen
  • Pressemitteilung der Nordic Minesteel Technologies, 10.12.2018
  • Schalke Locomotives GmbH auf https://www.linkedin.com/company/schalke-locomotives-gmbh
  • Stefan Lauscher, Wolfgang-Dieter Richter: "Schalke - Lokomotiven für Bergbau, Industrie und Nahverkehr", Barteld-Verlag, 2025

 


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© Jens Merte